Schweizer Unternehmen in den USA
So steht Ihre Absicherung auf einem soliden Fundament
International

Die USA sind für viele Schweizer Mittelstandsunternehmen ein attraktiver Wachstumsmarkt – zugleich aber einer der anspruchsvollsten aus versicherungstechnischer Sicht. Daniel Schmutz, Mandatsleiter der ARTUS Unicon AG, zeigte am Anlass der „US Business Partners“ bei der Switzerland Global Enterprise (S-GE) in Zürich die wichtigsten Risiken und Lösungsansätze für Unternehmen mit US-Aktivitäten auf.
DAS US-RECHTSSYSTEM: ANDERES HAFTUNGSNIVEAU, ANDERE SPIELREGELN
Ein zentraler Stolperstein: Europäische Versicherungsverträge schliessen US-Gesellschaften in der Regel explizit aus. Wer in den USA operiert, braucht lokale Policen, abgeschlossen durch eine eigenständige US-Rechtseinheit (Inc. oder LLC). Eine unsaubere Struktur – etwa die Vermischung von Personal, Verträgen oder Konten mit der Schweizer Muttergesellschaft – kann zu Durchgriffshaftung führen. Im Schadenfall droht dann, dass der erwartete Versicherungsschutz nicht greift. Zusätzlich unterscheidet sich das US-Rechtssystem fundamental: Klagen sind häufiger, Schadenhöhen meist deutlich grösser, und Instrumente wie Strafschadenersatz (Punitive Damages) sowie Sammelklagen (Class Actions) sind fest etabliert. Prozesskosten können die Deckungssummen stark belasten – zumal in den USA häufig jede Partei ihre Kosten selbst trägt.
PRODUKTHAFTPFLICHT: BESONDERS KRITISCH FÜR HERSTELLER
Für produzierende Unternehmen ist das Haftungsumfeld in den USA besonders heikel. Im Produkthaftungsrecht gilt häufig „Strict Liability“ (verschuldensunabhängige Haftung):
Entscheidend sind Produktfehler, Schaden und Ursachenzusammenhang – ein Verschulden muss nicht nachgewiesen werden. Wichtig: Kosten eines Produktrückrufs sind in der klassischen US-Betriebs- und Produkthaftpflichtdeckung regelmässig nicht mitversichert und müssen über eine separate Rückrufkosten-Deckung abgesichert werden. Der Fall Takata verdeutlicht die Dimension: Nach dem grössten Fahrzeugrückruf der Geschichte (67 Mio. betroffene Fahrzeuge; Gesamtschaden geschätzt auf rund 15 Mrd. USD) folgte 2017 die Insolvenz – auch, weil Recall-Kosten ungedeckt blieben und Punitive Damages (u. a. wegen wissentlicher Vertuschung) zum Deckungsausschluss führten.
Das heisst: Eine Produkthaftpflichtversicherung allein reicht nicht aus. Erforderlich ist ein abgestimmtes Gesamtkonzept aus Produkthaftung, Produktrückruf und D&O.
INTERNATIONAL KOORDINIERT: LOKAL RECHTSKONFORM, GLOBAL GESTEUERT
ARTUS setzt bei US-Präsenzen auf ein dreistufiges Modell:
- eine Master-Police: Hierbei handelt es sich um eine zentrale Police, die einen globalen Deckungsstandard hat und somit den Versicherungsschutz im Heimatland auf die ausländischen Tochtergesellschaften überträgt, auch bekannt als Sleep-Easy-Cover.
- DIC/DIL-Klauseln: Diese schliessen letzte Lücken, die zwischen Master- und Lokalpolicen bestehen – so dass sie wirklich an nichts mehr denken müssen.
- Lokale Policen in den entsprechenden Ländern: Diese sind ergänzend zur Master-Police und erfüllen die gesetzlichen Anforderungen vor Ort.
Das Zusammenspiel aus einem führenden Makler (ARTUS Unicon AG) in der Schweiz und einem lokalen Makler in den USA (JKJ) sorgt dafür, dass Kundenunternehmen eine zentrale Ansprechperson haben und von einer lokalen Verankerung der Versicherungsprogramme profitieren.
MANAGEMENT- UND ARBEITSRECHTSRISIKEN NICHT UNTERSCHÄTZEN
In den USA haften Führungskräfte teils persönlich – eine US-D&O ist daher faktisch Pflicht. Ebenfalls zentral ist EPLI (Employment Practices Liability Insurance), die vor Klagen wegen Diskriminierung, sexueller Belästigung oder ungerechtfertigter Kündigung schützt. Gesetzlich vorgeschrieben sind zudem – je nach Bundesstaat – eine Arbeitsunfallversicherung (Workers’ Compensation) und Arbeitgeberhaftpflicht (Employers’ Liability).
DREI GRUNDSÄTZE FÜR EINE ERFOLGREICHE US-ABSICHERUNG
1. Sauber strukturiert: separate US-Rechtseinheit, klare Haftungsabschottung, keine Vermischung von Personal/Verträgen.
2. US-spezifisch versichert: lokale Policen mit ausreichenden Limiten, abgestimmt mit Masterprogramm (inkl. DIC/DIL).
3. Risiken ernst genommen: Haftungs- und Prozessrisiken, EPLI, D&O sowie Cyber frühzeitig adressieren.
Haben Sie Fragen zu Ihrer US-Absicherung? Daniel Schmutz und das Team der ARTUS Unicon AG unterstützen Sie gerne.
Daniel Schmutz
ARTUS Unicon AG
Die USA verzeihen keine Versicherungslücken –
aber sie können kontrolliert und erfolgreich als Wachstumsmarkt
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